Geschichte und kultureller Hintergrund

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In der chinesischen Bevölkerung hatte Massage, in Form des Reibens und Drückens der Meridiane und Punkte seit jeher eine große Bedeutung. Im 6. Jahrhundert nach Christus kam die chinesische Medizin nach Japan. Die Japaner nahmen sich ihrer an, verfeinerten sie und verfolgten ihre Techniken weiter. Konzepte vom Hara und vom Ki fanden so ihren Einzug in die Theorie des Shiatsu.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich aus der ursprünglich von Ärzten ausgeübten Massage allmählich eine Massage des kaiserlichen Hofes und im Anschluss daran der Badehäuser entwickelt. 1925 gründete Tokujiro Namikoshi dann die erste Shiatsu-Schule - eine Klinik für Drucktherapie. Dank Namikoshis Bemühungen wurde Shiatsu vom japanischen Staat als eigenständige Behandlungsmethode anerkannt.

Shizuto Masunaga, ein Schüler Namikoshis, brachte Shiatsu schließlich in den Westen. Masunaga entwickelte seinen eigenen Stil, den er "Zen-Shiatsu" nannte. Er kombinierte darin die bekannten Shiatsu-Techniken mit der Meridian-Lehre, psychologischen Betrachtungen und dem modernen westlichen Verständnis von der Physiologie des menschlichen Körpers.

Er entwickelte eine eigenständige Theorie, die sowohl westliche als auch östliche Vorstellungen von Krankheit und Heilung mit einschloss. Masunaga verfeinerte nicht nur die traditionellen Methoden der Tastdiagnose aus dem Hara und Rücken weiter sondern er leistete auch einen großen Beitrag zum Meridiansystem - der Grundlage des Shiatsu. Durch intensive Praxis und Erforschung der Ki-Linien, dehnte er die 12 klassischen Meridiane über den ganzen Körper aus und erweiterte somit das Behandlungsspektrum um eine zusätzliche Komponente.

Die meisten der heute international bekannten Shiatsu-Lehrer wurden von Masunagas Stil beeinflusst. Seit seinem Tod 1981 haben viele seiner Schüler damit begonnen, ihre eigenen Interpretationen und Auslegungen weiterzugeben. Durch ihre Erkenntnisse und Entdeckungen ist und bleibt Shiatsu eine reiche und lebendige Praxis manueller Körperarbeit.