Grundlagen

detail

>> Das, was das Unbedingte ist, ist auch das Höchste Gesetz.
Das Weltgesetz bewegt sich und erzeugt so das Yang.
Hat die Bewegung ihr Äußerstes erreicht, dann kehrt sie zurück zur Stille.
Die Stille erschafft das Yin.
Hat die Stille ihr Äußerstes erreicht, dann kehrt sie zurück zur Bewegung.
Bewegung und Stille wechseln einander ab und erzeugen einander.
Wenn Yin und Yang gesondert wirken, dann sind zwei Kräfte klar erkennbar.
Wenn Yin und Yang sich vereinigen, dann wandeln sie sich um in die Fünf Wandlungsphasen Feuer, Wasser, Holz, Metall und Erde.
Im Grunde sind die Fünf Wandlungsphasen dasselbe wie Yin und Yang;
Yin und Yang sind dasselbe wie das Höchste Gesetz.
Das Höchste Gesetz ist ursprünglich das Unbedingte.<<
Zhou Dunyi


Yin und Yang

sind die 2 Seiten einer Medaille. Alles was eine Vorderseite hat, hat auch eine Rückseite. Alles, was existiert, besitzt auch ein Gegenstück, ohne das es nicht bestehen könnte. Mit ihm gemeinsam bildet es eine Einheit. Die alten Chinesen waren scharfe Beobachter. Yin beschreibt die Sonnenseite eines Hügels. Yang hingegen ist die dazugehörige Schattenseite. Und beide zusammen sind sie zwei verschiedene Qualitäten ein und desselben Hügels.


Yin

das weibliche Prinzip
dunkel
kalt
Nacht
Winter
Wasser
feucht
leise
langsam
schwach
Ruhe

Yang

das männliche Prinzip
hell
warm
Tag
Sommer
Feuer
trocken
laut
schnell
stark
Bewegung, Aktivität


Die Veränderung von Yin zu Yang und von Yang zu Yin ist das Ergebnis einer inneren Dynamik. Yin und Yang sind relativ, das heißt für sich allein ist eine Sache weder Yin noch Yang. Etwas Dunkles gibt es nur, weil es auch das Helle gibt. Der Tag wird erst durch die Nacht möglich. Auf den menschlichen Körper bezogen, sind die Innenseite der Arme und Beine sowie die Vorderseite des Rumpfes Yin. Die Außen- und Rückseite von Armen, Beinen und Rumpf wiederum sind Yang.

Solange Yin und Yang im Gleichgewicht sind, kann sich der menschliche Körper selber regenerieren und ist stark genug, Krankheiten abzuwehren. Erst wenn das Gleichgewicht in die eine oder andere Richtung kippt, entstehen Schwachstellen und Angriffspunkte. Wer zuwenig schläft, wird müde. Wem kalt ist, der muss sich wärmen. Yin und Yang ist ein einfaches, simples Lebensprinzip, das praktisch überall Anwendung findet.


Die 5 Elemente

Wenn Yin und Yang eine Schwarz-/Weiß Zeichnung wäre, dann sind die 5-Element das dazugehörige Farbbild. Die Elemente stellen eine feinere Unterteilung des Yin/Yang Prinzips dar. Kleines und großes Yang sowie kleines und großes Yin sind einfach nur andere Bezeichnungen für Holz, Feuer, Metall und Wasser. Das Element Erde ist die ruhende Mitte, die Nabe des Rades um die sich die 4 Jahreszeiten drehen.

Das Holzelement entspricht der Kraft des Frühlings. Es steht für das junge oder kleine Yang, die aufsteigende Kraft, den Neubeginn und die Entwicklung. Das Feuerelement ist der Sommer, das reife und alte Yang. Es ist die  Kraft des Überflusses und der überschießenden Freude. Das Element Erde entspricht der Fürsorge, dem Ruhen im eigenen Zentrum - dem Ausgleich von Yin und Yang. Im Metallelement spiegelt sich das junge Yin, der Herbst wider. Es steht für die Atmung, das Aufnehmen und Abgeben und die Konzentration auf das Wesentliche. Das Wasserelement ist das reife, alte Yin und entspricht dem Winter. Es ist die Kraft, die allem Leben zu Grunde liegt und neues Leben entstehen lässt.

Die 5 Elemente bringen sich gegenseitig hervor und sind stets gleichzeitig vorhanden. Wenn die Elemente in Harmonie sind und sich ungehindert ineinander verwandeln können, dann sind wir gesund. Werden sie allerdings in ihrer Umwandlung behindert, dann führt dies zu Stagnationen im Energiefluss - bis hin zu einer möglichen Erkrankung einzelner Organe.


Die Meridiane

Meridiane sind Kanäle in denen unsere Lebensenergie zirkuliert. Es gibt 12 Hauptmeridiane, 8 Außerordentliche Meridiane und einige Nebenmeridiane. Ein Meridian ist ein Funktionskreis, der Haut, Muskeln und Organe miteinander verbindet. Einfache Berührungen an der Oberfläche des Körpers lösen nicht nur oberflächliche Stauungen, sondern wirken sich auch auf die Energieströme in der Tiefe unseres Körpers aus.

Die 12 Hauptmeridiane sind:

Yin

Leber

Herz

Dünndarm

Milz-Pankreas

Lunge

Niere

Yang

Gallenblase

Perikard

Dreifacher Erwärmer

Magen

Dickdarm

Blase


Die einzelnen Meridiane sind nicht nur Yin und Yang zugeordnet, sondern finden auch in den jeweiligen Elementen ihre Entsprechung. Leber und Gallenblase entsprechen dem Holzelement. Herz, Perikard, Dünndarm und Dreifach-Erwärmer sind dem Feuerelement zugeordnet. Milz-Pankreas und Magen entsprechen dem Erdelement, während Lunge und Dickdarm zum Element Metall gehören. Niere und Blase wiederum entsprechen dem Wasserelement.

Ein Meridian umfasst nicht nur die körperlichen Aspekte unseres Daseins sondern schließt auch die Seelischen mit ein. So ist der Herzmeridian nicht nur für das Schlagen des Herzens und den Blutkreislauf verantwortlich, sondern er regiert auch die Zunge - die Fähigkeit sich durch die Sprache auszudrücken. Er ermöglicht uns Freude zu empfinden und in Harmonie und innerem Frieden zu leben. Das Herz beherbergt auch das Shen - unser Bewußtsein. Das Shen, der Glanz des Herzens zeigt sich im Gesicht. Es leuchtet, zeigt Klarheit und Harmonie. Ein Strahlen der Augen und eine gesunde Gesichtsfarbe sind Ausdruck des Shen.

Dies erklärt auch warum Shiatsu bis in die Tiefe unseres Körpers, unserer Gefühle und unserer Person wirkt.